Das Trauma-Band Schritt für Schritt lösen

Das Trauma-Band in dir lösen – Trauma-Bonding Schritt für Schritt lösen

Warum du dich nach einem Menschen sehnst, der dir schadet – und wie du wieder Halt in dir und in deinem Leben findest.

🎧 Passend dazu die Podcastfolge: Trauma-Bonding: Nicht wegkommen, obwohl du leidest

Warum es dich immer wieder zu ihm zurückzieht

„Ich wollte ihn retten und habe mich dabei komplett verloren.“

Kennst du das? Du weißt längst, dass diese Beziehung dir nicht guttut, weil du abgewertet, verunsichert und immer wieder weggeschoben wirst. Und trotzdem liegt dein Handy neben dir auf dem Sofa, und du wartest auf seine Nachricht.

Du sehnst dich nach Ruhe im Kopf. Und ausgerechnet der Mensch, mit dem du so viel Schmerz erlebst, scheint der Einzige zu sein, der dir diese Ruhe geben kann.

Dann kommt ein freundlicher Satz, ein Herzchen, ein „Ich vermisse dich“ – und du atmest auf. In dir flüstert es: Diesmal wird es wirklich anders.

Wenn du dich hier wiedererkennst, dann bist du weder schwach noch naiv. In dir wirkt ein starkes Band, und dieses Band hat Gründe. Wir schauen uns heute an, was dich festhält und wie du anfangen kannst, es zu lösen – auch, indem du Erleichterung und Halt auf mehr Quellen verteilst als nur auf ihn.

Wie sich dieses Band immer weiter verstärkt

Trauma-Bonding beschreibt eine starke emotionale Bindung an einen Menschen in einer Beziehung, die dir schadet. Zwei Dinge machen dieses Band besonders fest, das haben die Psychologen Donald Dutton und Susan Painter schon 1993 beschrieben: ein Machtgefälle zwischen euch und der wiederholte Wechsel zwischen Verletzung und Zuwendung. Deshalb ist auch nicht jede unglückliche Beziehung gleich eine Trauma-Bindung.

So sieht dieser Kreislauf im Alltag aus: Er wertet dich ab und meldet sich danach tagelang nicht. Du bist angespannt, grübelst und überlegst, was du falsch gemacht hast. Dann schreibt er plötzlich liebevoll, und die Anspannung fällt von dir ab. Genau diese Erleichterung bindet dich wieder ein Stück fester an ihn.

Frage dich in diesem Moment ganz ehrlich: Vermisse ich gerade wirklich IHN? Oder sehne ich mich danach, dass diese quälende Anspannung endlich aufhört?

Frage dich:
WAS vermisse ich gerade wirklich?

Denn dies macht einen großen Unterschied. Eine liebevolle Nachricht kann dich beruhigen, obwohl sich am Muster zwischen euch nichts geändert hat. Ob sich wirklich etwas verändert, erkennst du nur an seinem Verhalten über längere Zeit und daran, wie er mit deinen Grenzen umgeht.
Und eine Veränderung bei IHM passiert äußerst selten, weil ER dafür leiden müsste, ER eine Veränderung wollen müsste, ER eine Einsicht bräuchte und ER an sich arbeiten müsste. Und er müsste das KÖNNEN.

Wirklich narzisstische Menschen können es meist nicht und wollen es auch nicht.

Das Gummiband

Stell dir ein Gummiband vor, an dessen beiden Enden jeweils einer von euch hängt. In meinem Video zeige ich dir das auch, wenn du es lieber sehen möchtest. Geht ER weg, zieht es bei dir. Gehst DU auf Abstand, spürst du diesen Zug zurück zu ihm. Das Bild zeigt deinen inneren Konflikt, denn du hängst fest, ganz egal, in welche Richtung du dich bewegst.

Vor vielen Jahren habe ich ein Buch mit dem Titel „So nah und doch so fern“ gelesen. Besser kann man kaum beschreiben, wie sich eine toxische Beziehung anfühlt: Du bist niemals richtig nah und niemals wirklich fern – im Sinne von FREI.

Wie ER sich dabei fühlt, ist übrigens eine andere Geschichte. Manche Partner spüren diesen Zug ganz ähnlich, narzisstische Menschen eher nicht. Ihm ist es womöglich egal, oder er provoziert dich bewusst und bringt dich gezielt in diese Lage, weil du dann leichter für ihn steuerbar bist. Das wäre dann SEHR narzisstisch.

Mach dir das Gummiband in dir klar.
Wie fühlt es sich an?

Wie merkst du das Gummiband in dir?

Deine Gedanken kreisen ständig um ihn. Du prüfst seine Stimmung, passt dich an und klammerst dich an die guten Momente, und schon eine kleine Zuwendung bringt dir riesige Erleichterung. Länger als zwei, drei Tage hältst du es ohne ihn kaum aus. Du überlegst, wie er dich haben will, was du falsch gemacht hast oder was du an deinem Äußeren ändern könntest, damit er dich wieder liebt – oder endlich mehr liebt.

Wenn du dich hier wiederfindest, schau nicht nur auf den einzelnen Moment, sondern auf das ganze wiederkehrende Muster. Denn erst dort zeigt sich, worum es eigentlich geht.

Was dein alter Schmerz damit zu tun hat

Jeder Mensch entwickelt als Kind Muster, um mit Schmerz umgehen zu können. Wir Psychologen nennen sie Coping-Strategien, also Schutzmuster. Sie sind nichts Schlechtes oder Falsches, denn sie haben dir damals wirklich geholfen, gut zu überleben. HEUTE stehen sie dir allerdings meistens in den Füßen rum – also im Weg.

Deine Coping-Strategie hat dich überleben lassen.
Gib ihr die Anerkennung dafür.

Nehmen wir an, du hast früh gelernt, deine Bedürfnisse zurückzustellen, um Nähe zu bekommen. Körperlich warst du gut versorgt, aber mit deiner Angst, deiner Traurigkeit oder deiner Wut warst du emotional allein. Dann setzt sich ein Satz in dir fest: Wenn ich dafür sorge, dass es den anderen gut geht, werde ich geliebt.

Heute versuchst du, deinen Partner zu verstehen, zu beruhigen oder sogar zu retten, um von ihm geliebt zu werden. Und irgendwo in dir lebt die Hoffnung: “Wenn ich das endlich schaffe, sieht er mich, dann bin ich wichtig, und dann bleibt er bei mir”. Genau so dachte ich damals.

Frag dich deshalb: Was hoffe ich zu bekommen, wenn ich ihn rette? Liebe, Sicherheit oder das Gefühl, gut genug zu sein? Meistens ist die ehrliche Antwort: alles drei. So war es bei mir. Ich wollte also – wenn ich ehrlich bin – MICH retten und habe IHN vorgeschoben. Herauskam, dass ich IHN ein Stückweit rettete (ihm 2,5 Jahre seines Lebens finanzierte) aber mich selbst fast komplett dabei verlor. Meine Geschichte mit diesem Lehrmeister, wie ich ihn gerne nenne, habe ich in meinem 1. Buch: Narzissmus und Erwachen. Meine Reise zu mir selbst niedergeschrieben.

Diese Fragen, “was hoffe ich zu bekommen, wenn ich ihn rette? Liebe, Sicherheit oder das Gefühl, gut genug zu sein?” … führen dich zu dem verletzten Anteil in dir, der damals als Kind nicht bekommen hat, was er gebraucht hätte. Für diese unendlich große Sehnsucht nach Liebe musst du dich nicht schämen.

Bitte schäme dich nicht! Nimm sie in deine Arme und heiße sie willkommen, oder nimm sie zumindest an, denn nur so kann Veränderung geschehen.

Schäme dich nicht für deine Sehnsucht,
sondern nimm sie an!

Den Kontaktimpuls wahrnehmen und dir selbst Halt geben

Jetzt bekommst du einen ganz konkreten Tipp für den Moment, in dem der Impuls kommt, ihm sofort zu schreiben.

Halte kurz inne, atme und umarme dich, wenn du das brauchst: Stell deine Füße fest auf den Boden, schau dich im Raum um und spüre, wie dein Popo den Stuhl berührt. Du musst in diesem Augenblick keine große Entscheidung treffen, du darfst einfach da sein und dir selbst Halt geben.

Was bemerkst du in deinem Körper? Einen Druck in der Brust, ein Ziehen im Bauch, Unruhe? Und welches Gefühl ist da: Angst, Einsamkeit, Sehnsucht oder Hilflosigkeit, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit?

Mach diese Gefühle nicht weg und lenk dich auch nicht ab. Sag dir stattdessen: „Ich merke, wie sehr ein Teil von mir gerade nach Halt sucht. Ich nehme das ernst, und ich schaue jetzt, was mir wirklich hilft.“

Das kann eine vertraute Stimme sein, ein Gespräch, Bewegung oder ein Mensch, der mit dir die nächsten Schritte sortiert. Wähle etwas, das dich tatsächlich unterstützt, und nicht das, was dich nur kurz betäubt. Mir half an dieser Stelle The Work von Byron Katie.

Schreib das Muster auf

Halte außerdem schriftlich fest, was zwischen euch passiert:
Was geschah vor der liebevollen Nachricht und was danach? Was hat er versprochen, und was ist danach tatsächlich passiert?

Eine Klientin hat genau das gemacht und mir das WhatsApp weitergeleitet. Ihr Partner schrieb ihr wieder einmal und schickte ihr ein Lied. Diesmal stieg sie NICHT darauf ein, wie sie es sonst immer getan hatte, sondern reagierte “cool” und erwachsen (ähnlich dem Vorschlag, den ich ihr sandte) – und prompt war er wieder beleidigt und fing sofort damit an, sie wieder zu beleidigen. Touché! Plötzlich lag das Muster schwarz auf weiß vor ihr, das sie vorher nicht wirklich wahrhaben wollte. Er wollte ihr nicht sagen: “Ich liebe dich!”, er wollte sie wieder dazu bringen, ihm nachzulaufen, sich zu fügen und ihm wieder ihre Türe zu öffnen.

Werde wach, du Liebe, und bemerke, was zwischen euch wirklich abläuft. Dann kannst du in einem Moment großer Sehnsucht auf mehr zurückgreifen als auf die Erinnerung an den letzten schönen Augenblick.

Das Trauma-Bonding löst sich übrigens nicht durch einen einzigen großen Entschluss. Es löst sich durch die wiederholte Erfahrung, dass du diese Anspannung wahrnehmen kannst, dass du dir Unterstützung holen kannst und dass du nicht jedem Kontaktimpuls sofort folgen musst.

Das NEIN und der Gedanke dahinter

Viele meiner Klientinnen haben nach wie vor ein großes Problem mit dem kleinen Wörtchen NEIN. Dafür gibt es einen SEHR guten Grund, denn für einen verletzten kindlichen Anteil kann sich ein NEIN anfühlen wie drohender Liebesverlust.

Du willst eine Grenze setzen, und sofort beginnt in dir die Angst: Dann verlässt er mich, und dann bin ich ganz allein. „Ich werde einsam sterben“, sagte mir eine Klientin erst letzte Woche und ich kann das so gut nachvollziehen. So dachte ich damals auch als ich alles dafür tat, damit er bei mir blieb.

Was kannst du tun?

Du kannst diesen Anteil anerkennen und gleichzeitig prüfen, was du heute als Erwachsene wirklich brauchst. Welche Unterstützung hast du schon, und welche fehlt dir noch? Welche Grenze kannst du ganz konkret setzen, um dich wohl zu fühlen? Dazu gehören auch deine realen Umstände wie finanzielle Abhängigkeit, gemeinsame Kinder oder mögliche Bedrohungen klar zu kriegen, denn innere Arbeit muss immer mit deinen echten Handlungsmöglichkeiten im realen Leben verbunden sein.

Den Gedanken überprüfen mit The Work

An dieser Stelle arbeite ich in meinen Sitzungen mit The Work von Byron Katie und das hat auch mich, wie du wahrscheinlich schon weißt, aus meinem Drama herausgeholt.

Wir nehmen einen konkreten Gedanken, der dich belastet, zum Beispiel:

„Wenn ich Nein zu ihm sage, verlässt er mich.“

Diesen Gedanken überprüfen wir mit den vier Fragen:

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne diesen Gedanken?

Danach kehrst du den Gedanken um.

Nimm dir für jede Frage Zeit. Schau bei der dritten Frage auch darauf, wie du mit dir selbst umgehst, was du fühlst und welche Entscheidungen du triffst, solange du den Gedanken glaubst. Bei der vierten Frage bleibst du in derselben Situation und spürst nach: Wer wärst du dort ohne die Überzeugung, dass dein NEIN dich einsam macht oder dass dein Wert und dein Recht, glücklich zu sein, von seiner Liebe abhängen?

Bei den Umkehrungen geht es nicht darum, dir etwas schönzureden und auch nicht, ihn zu entschuldigen oder überhaupt jemandem die Schuld zuzuweisen. In dieser Arbeit gibt es keine Schuld, sondern es geht um echtes Verstehen und um Transformation eines leidvollen Zustands in einen Wahrhaftigen, wenn du so willst. Wir suchen deswegen echte Beispiele für jede Umkehrung, und so kommt der Teil der Wirklichkeit zurück, den du vorher übersehen hast.

Daraus kann eine neue Frage entstehen: Wo kann ich mir heute selbst liebevoll begegnen, statt meinen Wert an seiner Reaktion festzumachen? Und wie kann ich zu mir selbst JA sagen und nicht NEIN?

Denn ein unehrliches JA zu IHM
ist ein NEIN zu dir!

Was sich dabei zuerst verändert, ist nicht die Situation, sondern der Stress in der Situation. Und genau dieser Stress begründet deine bisherige Reaktionen. Der Stress geht weg, du kannst neue Entscheidungen treffen und deine Wahrheit in dir finden.

So löst sich das “Trauma-Gummiband” in dir Stück für Stück, und du erkennst, dass du selbst die Partnerin am anderen Ende des Gummibands bist, die deinem Inneren Kind ein JA geben und ihm Liebe schenken solltest.

Neue Erfahrungen und klare Entscheidungen

Verstehen ist der Anfang, aber tiefe Veränderung braucht mehr als Verstehen. Sie zeigt sich in dem, was du tatsächlich tust. Du nimmst Unterstützung an, damit sich die Verwirrung in dir lösen kann. Du nimmst deine Bedürfnisse wahr und sprichst sie aus. Du setzt Grenzen und ziehst Konsequenzen, wenn sie überschritten werden. Und du pflegst Beziehungen, in denen du dich mit deinen Gefühlen zeigen darfst und respektvoll behandelt wirst, während du die verlässt, die dir schaden.

Dabei hilft dir übrigens deine gesunde Wut, denn sie zeigt dir zuverlässig, wo gerade deine Grenze überschritten wird. Fang also an, deine Wut zu lieben.

Ehrenrunden sind erlaubt

Wenn du dich wieder nach ihm sehnst, heißt das nicht, dass die Beziehung gut für dich ist. Es heißt aber auch nicht, dass deine ganze Veränderung gescheitert ist. Ich nenne das gerne eine „Ehrenrunde“, und beim Üben darfst du Ehrenrunden drehen.

Schau dann genau hin: Was hat diese Ehrenrunde ausgelöst? Was hast du in dem Moment wirklich gebraucht, und was hat er dir tatsächlich gegeben? Und welcher nächste Schritt hilft dir, die Ehrenrunde wieder zu beenden und deine Innere Arbeit weiter zu tun?

Dein System lernt neu

Die Arbeit an deinen inneren Mustern mit dem „aktiven Spiegel im Außen“ hilft dir, neue Entscheidungen klar zu treffen und ihr Ergebnis gleich zu überprüfen. So veränderst du dein Verhalten nach und nach, und dein System macht eine ganz neue Erfahrung: Ich darf Nein sagen, auch wenn der andere es nicht akzeptiert. Ich kann mir Unterstützung holen und bei meiner Grenze bleiben oder gehen. So wächst meine Freiheit, selbst zu entscheiden, wem ich Zugang zu meinem Leben gebe und wem nicht.

Du kannst lernen, den verletzten Anteil in dir liebevoll zu begleiten und ihm einen guten Platz in deinem Herzen zu geben – genau darum geht es in meiner Arbeit und auch in meinem zweiten Buch: Dein Inneres Kind will in dein Herz.

So baust du Schritt für Schritt mehr Halt in deinem Leben auf und findest Menschen, die deine Grenzen achten und bei denen du so sein darfst, wie du bist. Toxische und narzisstische Menschen verlassen dann nach und nach dein Leben, weil du einfach nicht mehr in Resonanz mit ihnen gehst. Wenn deine Traumawunde sich schließt, “dockt” sie nicht mehr an die großen Trauma-Wunden der narzisstischen Menschen an. UND – du wirst schlichtweg UN-sexy für sie.

Wenn du deine Trauma-Wunden geheilt hast,
bist du unsexy für die Narzissten in dieser Welt.

Lass uns gemeinsam diesen Weg gehen

Wenn du dir auf diesem Weg Begleitung wünschst, buch dir gerne ein kostenfreies Klarheitsgespräch mit mir. Ich begleite seit 2009 Frauen und Männer mit The Work von Byron Katie und gehe vor allem mit Frauen, die aus toxischen Beziehungen entkommen möchten und zu innerem Frieden gelangen wollen, TROTZ narzisstischer Mutter, meine 5 Schritte zum PiNK-ROCK! Spricht dich das an?

Was passiert beim Klarheitsgespräch?

Wir schauen gemeinsam, was dich noch in toxischen Verbindungen festhält oder was dich im MAMA-Drama hält – und welche Schritte jetzt für dich konkret dran sind, damit du dich innerlich befreien kannst. Ich sage dir ehrlich, wo du gerade stehst und was genau dein nächster Step ist. Bist du bereit dafür? Dann hol dir gerne einen Termin mit mir:

👉 Hier geht’s zu deinem kostenfreien Klarheitsgespräch:
https://eva-nitschinger.de/ich-bin-bereit

Von Herzen alles LIEBE,

Deine Eva aus Spanien


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