
Warum du dich bei ihr schuldig, falsch oder unsichtbar fühlst
Es gibt nicht „die eine“ narzisstische Mutter.
Manche Mütter treten laut, dominant und kontrollierend auf. Andere wirken nach außen freundlich, angepasst und hilfsbereit, während sie zu Hause hart, abwertend oder kalt sind. Wieder andere leiden scheinbar ständig, klagen über alles und jeden, nehmen aber keine Hilfe an. Und sie fühlen sich alle gerne als “Opfer” der bösen Welt.
Für die Tochter kann jede dieser Formen tief verletzend sein. Und oft dauert es viele Jahre, bis sie überhaupt erkennt, was mit ihr geschehen ist. Denn als Kind fragst du nicht: „Hat meine Mutter vielleicht narzisstische Züge?“ Als Kind fragst du: „Warum liebt sie mich nicht richtig? Was ist falsch mit mir? Was muss ich tun, damit sie endlich zufrieden ist?“
Genau hier beginnt die Verstrickung, die vielleicht bis heute dein Leben bestimmt.
Magst du lieber drei Videos zu diesen drei Müttern sehen?
Video 1: die vulnerable Mutter: https://youtu.be/0D81QvOSUEk
Video 2: die verdeckt narzisstische Mutter: https://youtu.be/ofxT_Qd4sTc
Video 3: die DIVA-Narzisstin: https://youtu.be/8yctX-6lHVY
Eine narzisstische Mutter sieht ihr Kind nicht als freies Individuum. Sie sieht es durch ihre eigenen inneren Verletzungen, ihre Erwartungen, ihre Ängste, ihre Kränkungen und ihre ungeheilten Anteile, wie durch eine Brille, die das Bild verzerrt. Das Kind wird dann nicht einfach als eigenständiger Mensch wahrgenommen, sondern als Projektionsfläche. Und die Tochter wächst in einem inneren Klima auf, in dem sie sich ständig anpassen, beweisen, erklären oder die Mama retten muss.
In diesem Artikel möchte ich dir drei typische Formen der narzisstischen Mutter zeigen, die ich immer wieder über meine Klientinnen in meinen Räumen erlebe:
1. die vulnerable Mutter,
2. die verdeckt narzisstische Mutter und die
3. die DIVA-Mutter.
Vielleicht erkennst du deine Mutter in einer dieser Formen wieder oder in mehreren, denn es gibt natürlich wie immer in der Psychologie auch Mischformen.
Wichtig ist nicht, deine Mutter in eine Schublade zu stecken. Wichtig ist, dass du verstehst, was mit DIR passiert ist — und warum der Weg heraus nicht darüber führt, SIE endlich zu verändern oder zufriedenzustellen, sondern darüber, zu dir selbst zurückzukehren.
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Wenn du tiefer verstehen möchtest, warum dich die Beziehung zu deiner Mutter bis heute so stark berührt und wie du dich innerlich daraus lösen kannst, lade ich dich herzlich zu meinem nächsten kostenfreien LIVE-Event ein: https://www.eva-nitschinger.de/live-event/
Dort sprechen wir darüber, warum du dich trotzdem oft schuldig fühlst, obwohl du diese Dynamiken schon gut verstehst — und wie dein Weg zurück zu dir beginnen kann. 🌿
1. Die vulnerable narzisstische Mutter: „Du tust alles für sie — es reicht einfach nicht“
Die vulnerable narzisstische Mutter ist die Mutter, die leidet, weil niemand sie versteht.
Sie jammert. Sie klagt. Sie erzählt dir von Problemen. Nichts funktioniert. Alle sind gegen sie. Niemand hilft ihr. Und wenn du ihr helfen willst, nimmt sie deine Hilfe nicht an.
Vielleicht kennst du diese Dynamik?
Sie erzählt dir, dass sie nicht mehr zurechtkommt. Du machst Vorschläge. Du organisierst etwas. Du suchst Lösungen. Du meinst es wirklich gut mit ihr. Aber egal, was du sagst oder tust, es ist nicht richtig, nicht gut genug und niemals das, was sie wirklich von dir wollte.
Du könntest dich stundenlang um sie kümmern, es wäre zu wenig. Du könntest Termine vereinbaren, Handwerker organisieren, sie zum Arzt fahren, ihre Unterlagen sortieren, mit ihr telefonieren, ihr zuhören, ihr erklären, ihr helfen – und trotzdem würdest du am Ende vielleicht hören: „Du hilfst mir nie.“ Oder: „Niemand ist für mich da.“ Oder: „Das bringt doch ohnehin alles nichts.“
Das ist das Zermürbende an dieser Mutter: Sie sendet gleichzeitig zwei Botschaften.
Die erste lautet: „Hilf mir.“
Die zweite lautet: „Deine Hilfe ist falsch.“
Und diese Doppelbotschaft macht dich als Tochter hilflos.
Du denkst vielleicht: „Was soll ich denn bitte noch tun?“ Du fühlst dich schuldig, genervt, erschöpft oder verzweifelt. Vielleicht wirst du wütend. Vielleicht ziehst du dich zurück. Vielleicht funktionierst du weiter und merkst erst später, wie leer du eigentlich bist.
Die tiefe Wunde dieser Tochter lautet oft:
„Ich tue alles — und es reicht nie.“
Bei der vulnerablen narzisstischen Mutter steckt hinter dem Jammern häufig ein tiefes Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Viele dieser Mütter haben früh gelernt, Gefühle abzuspalten, zu überleben und irgendwie weiterzumachen. Aber sie haben nicht gelernt, sich selbst zu regulieren. Sie haben nicht gelernt, wirklich um Hilfe zu bitten. Und sie haben oft nicht gelernt, Verantwortung für ihre inneren Zustände zu übernehmen.
Das entschuldigt ihr Verhalten nicht. Aber es erklärt, warum deine Hilfe nicht dort ankommt, wo du sie hinschicken möchtest.
Denn oft geht es nicht wirklich um die Waschmaschine, den Arzttermin oder das Problem mit der Nachbarin. Es geht um ein inneres Loch, das du als Tochter nicht füllen kannst.
Und genau das ist der entscheidende Punkt: Du kannst das Trauma deiner Mutter nicht für sie heilen.
Du kannst ihr aber deine konkrete Hilfe anbieten. Du kannst freundlich sein mit ihr. Du kannst Grenzen setzen. Du kannst sagen: „Mama, ich kann dir helfen, wenn du mir konkret sagst, was du brauchst.“ Aber du kannst nicht ihr inneres Gefühl von Ohnmacht erlösen.
Wenn du das nicht erkennst, wirst du immer wieder in die Retterrolle hineingezogen. Du wirst weiterhin versuchen, sie zu beruhigen, sie zufrieden zu stellen, sie zu stabilisieren, sie zu verändern, wenn du ehrlich bist. Und irgendwann merkst du: Ich verliere mich schon wieder.
Der erste Schritt heraus ist deshalb nicht, noch bessere Lösungen für sie zu finden. Der erste Schritt ist, zu dir zurückzukehren und zu fragen:
„Was passiert in mir, wenn sie jammert?“
„Wo fühle ich mich für sie verantwortlich?“
„Wo glaube ich, ich sei eine schlechte Tochter, wenn ich ihr nicht helfe?“
„Wo übergehe ich meine eigenen Grenzen und sage nicht NEIN?“
„Wo verlasse ich mich selbst, um für sie da zu sein?“
Das ist keine Schuldumkehr, wie viele Menschen leider immer noch denken.
Das ist Bewusstwerdung!
Denn solange deine Mutter der Mittelpunkt deines inneren Erlebens bleibt, lebst du weiter in ihrer Dynamik. Heilung beginnt dort, wo du deine Aufmerksamkeit zu dir zurückholst.
2. Die verdeckt narzisstische Mutter: „Magst du mich nicht, Mama?“
Die verdeckt narzisstische Mutter ist oft schwerer zu erkennen.
Nach außen wirkt sie vielleicht freundlich, angepasst, hilfsbereit oder sogar liebevoll. Andere Menschen erleben sie als nette Frau, gute Mutter, fürsorgliche Nachbarin oder bescheidene Person. Und genau deshalb zweifelt die Tochter oft so lange an sich selbst.
Denn wenn alle anderen sagen: „Deine Mutter ist doch so nett“, wie sollst du dann erklären, was du zu Hause erlebt hast?
Die verdeckt narzisstische Mutter zeigt ihre Härte oft nicht offen vor allen. Sie zeigt sie in der Nähe, wo sie sich emotional am sichersten fühlt. Oder auch dort, wo keine Zeugen da sind. Oder sie zeigt sie so subtil, dass andere sie kaum bemerken, und du es wie einen Pfeil in dein Herz erfährst.
Sie kritisiert. Sie nörgelt. Sie wertet ab. Sie macht kleine Bemerkungen über dein Aussehen, deine Leistung, dein Gewicht, deine Kleidung, deine Art zu sprechen, deine Entscheidungen. Vielleicht sagt sie es nicht immer laut. Vielleicht sagt sie es so nebenbei – als wäre es einfach ein Fakt. Sie kann das gut mit einem Blick tun, mit einem Seufzer, mit einem Satz, der nach außen harmlos klingt, aber innen trifft wie ein Messer.
„Du bist halt schwierig.“
„Du warst schon immer so empfindlich.“
„Andere schaffen das doch auch.“
„So wie du bist, machst du es dir selbst schwer.“
„Mit dir war es nie einfach, was sollte ich denn tun?“
Das Kind versteht nicht, dass hier Projektion geschieht. Das Kind glaubt: „Mama sieht mich so, also muss es stimmen.“
Und so entsteht eine der tiefsten Wunden, die wir Töchter in uns tragen: das falsche Selbstbild.
Die Tochter beginnt zu glauben:
„Ich bin falsch.“
„Ich bin zu viel.“
„Ich bin nicht liebenswert.“
„Ich muss mich verändern, damit meine Mutter mich lieben kann.“
Bei der verdeckt narzisstischen Mutter entsteht oft eine besonders verwirrende Dynamik, weil es ein Außenbild und ein Innenbild gibt. Außen kann sie freundlich sein. Innen kann sie hart und sogar böse sein. Außen kann sie als Opfer wirken oder als die beste Mama der Welt. Innen kann sie kontrollierend, strafend und abwertend sein, vielleicht sogar gewalttätig dir gegenüber.
Meistens gibt es in diesen Familien auch klare Rollenverteilungen:
– Ein Kind wird zum Sündenbock, auf das alles geschoben wird.
– Ein anderes wird zum goldenen Kind, das scheinbar alles richtig macht.
– Und wieder ein anderes wird vielleicht übersehen.
Für das Sündenbockkind ist das besonders schmerzhaft. Es erlebt nicht nur die Abwertung durch die Mutter, sondern oft auch die Ungerechtigkeit, dass ein anderes Kind ganz anders von ihr behandelt wird.
Deswegen denkt die Sündenbock-Tochter: „Wenn meine Mutter zu meinem Bruder oder meiner Schwester liebevoll sein kann, warum nicht zu mir?“
Und innerlich bleibt die Frage:
„Warum magst du mich nicht, Mama?“ – “bin ich wirklich so falsch?”
Diese Frage ist nicht kindisch. Sie ist der Kern deiner Wunde.
Denn jedes Kind will von seiner Mutter gesehen, gemeint und geliebt werden. Nicht für Leistung. Nicht für Anpassung. Nicht dafür, brav oder bequem zu sein. Sondern einfach, weil es da ist.
Die verdeckt narzisstische Mutter kann dir dieses echte Sehen meist nicht geben. Sie sieht ihr Kind durch ihre eigenen abgespaltenen Anteile. Was sie an sich selbst nicht fühlen, nicht zulassen oder nicht leben durfte, projiziert sie auf die Tochter.
Die Tochter wird zur Leinwand, auf die die narzisstische Mutter ihre Tragödien projiziert.
Auf diese Leinwand wirft die Mutter Bilder, die eigentlich aus ihrer eigenen inneren Filmrolle stammen. Sie beschimpft dann nicht wirklich die Tochter, sondern bekämpft in der Tochter etwas, das sie in sich selbst z.B. nicht halten kann.
- Wenn sie dich kalt nennt, kämpft sie vielleicht gegen ihre eigene Kälte.
- Wenn sie dich egoistisch nennt, kämpft sie vielleicht gegen ihre eigenen verbotenen Bedürfnisse.
- Wenn sie dich undankbar nennt, kämpft sie vielleicht gegen ihre eigene Wut und Enttäuschung oder ihr minderes Selbstwertgefühl.
- Wenn sie dich falsch nennt, kämpft sie vielleicht gegen ihr eigenes unerträgliches Gefühl, falsch zu sein.
Das bedeutet nicht, dass ihr Verhalten leicht zu durchschauen ist. Es bedeutet auch nicht, dass du es entschuldigen musst.
Aber es bedeutet: Das, was sie in dir gesehen hat, warst nicht wirklich „du“!
Du bist nicht falsch, nur weil deine Mutter dich so gesehen hat!
Der Weg heraus beginnt auch hier nicht damit, die Mutter endlich davon zu überzeugen, dass sie dich falsch behandelt hat. Bei einer wirklich narzisstisch strukturierten Mutter wirst du damit oft nicht weit kommen. Der Weg beginnt damit, das Bild, das sie dir über dich gegeben hat, in dir zu überprüfen und zu verändern.
- Stimmt es wirklich, dass ich falsch bin?
- Stimmt es wirklich, dass ich zu viel bin?
- Stimmt es wirklich, dass ich nicht liebenswert bin?
- Oder war das IHR Bild — und nicht meine Wahrheit?
Diese Unterscheidung ist Heilung. Bewusstwerdung geht tiefer als ein äußerer Kontaktabbruch. Manchmal ist Abstand notwendig, das ist wahr. Aber – wenn du innerlich weiter durch die Augen deiner Mutter auf dich schaust, nimmst du die alte Verstrickung mit – auch dann, wenn du äußerlich längst keinen Kontakt mehr hast.
3. Die DIVA-Mutter: „Ich bin ihr egal“
Die DIVA-Mutter ist die grandiose Form der narzisstischen Mutter.
Sie steht im Mittelpunkt. Sie weiß, wie die Dinge laufen. Sie hat hohe Ansprüche an alle – und natürlich vor allem an DICH.
Sie bestimmt über dein Leben. Sie braucht Bewunderung von dir, Aufmerksamkeit, Bestätigung und Kontrolle über dich.
Sie will ständig gesehen werden — aber sie sieht ihr Kind oftmals gar nicht.
Für die Tochter bedeutet das: Sie wächst in einem Leben auf, in dem die Mutter die Hauptrolle spielt.
Die Tochter wird zur Assistentin. Zur Bewunderin. Zur Statistin im Drama der Mutter. Zur Verlängerung des Armes der Mutter. Manchmal sogar zu einem Projekt, das die Mutter vorzeigen möchte und an dem gearbeitet wird.
Vielleicht soll die Tochter besonders schön, erfolgreich, klug, sportlich, angepasst oder leistungsstark sein. Nicht, weil die Mutter wirklich das Wesen dieses Kindes sieht, sondern weil das Kind etwas für ihr eigenes Bild liefern soll.
„Meine Tochter ist so erfolgreich, sie wird mal die Olympiade gewinnen.“
„Meine Tochter sieht so gut aus, sie bekommst sicherlich den besten aller Männer.“
„Meine Tochter macht das alles richtig, sie weiß, was sich gehört.“
„Meine Tochter zeigt, was für eine gute Mutter ich bin, denn sie ist überall die Beste.“
Oder die Tochter wird komplett übersehen, wenn sie nicht in dieses Bild passt, das die Mutter von ihrem Kind hat.
Dann lernt sie früh: „Es ist nicht wichtig, wer ich bin. Es ist nicht wichtig, was ich fühle. Es ist nicht wichtig, was ich will. Es ist nicht wichtig, was ich denke. Wichtig ist nur, was meine Mutter braucht und von mir will.“
Die tiefe Wunde dieser Tochter lautet:
„Ich bin ihr egal.“
Und daraus entsteht oft ein Lebensmuster, das bis ins Erwachsenenalter reicht. Die Tochter versucht, endlich wichtig zu werden. Sie leistet. Sie funktioniert. Sie macht Ausbildungen, baut etwas auf, kümmert sich, optimiert sich, wird vielleicht besonders erfolgreich oder besonders hilfreich.
Und trotzdem bleibt innen dieses Loch:
„Meine Mutter sieht mich nicht.“
Das Tragische ist: Selbst wenn die Tochter viel erreicht, reicht es oft nicht. Die DIVA-Mutter will immer noch mehr. Oder sie wertet es ab, weil es doch nicht “das Bestmögliche” war. Oder sie macht es zu ihrem eigenen Erfolg und stellt dich wiedermal in den Schatten.
Bei dieser Form der Mutter entsteht häufig ein sehr tiefer Glaubenssatz:
„Ich bin nicht wichtig.“
Und auf diesem Glaubenssatz kann ein ganzes Leben aufgebaut werden: Beziehungen, Beruf, Entscheidungen, Partnerwahl, Grenzen, Selbstwert, Sichtbarkeit. Einfach alles wird durch unsere Überzeugungen geprägt!
Wenn du tief in dir glaubst, dass du nicht wichtig bist, wirst du dich selbst immer wieder hinten anstellen. Oder du wirst das Gegenteil versuchen und permanent beweisen, dass du doch wichtig bist. Beide Bewegungen kommen aus derselben Wunde.
Heilung bedeutet hier, diesen alten Glaubenssatz zu erkennen und ihn nicht länger als Wahrheit zu behandeln.
- Du bist nicht unwichtig, nur weil deine Mutter dich nicht wirklich sehen konnte.
- Du bist nicht egal, nur weil sie sich selbst in den Mittelpunkt stellen musste.
- Du bist nicht wertlos, nur weil für dich in ihrem inneren Raum kein Platz war.
Bei der DIVA-Mutter ist der Weg zurück zu dir oft besonders eng verbunden mit der Erlaubnis, dich selbst wieder wichtig zu nehmen. Nicht narzisstisch, nicht überhöht, nicht auf Kosten anderer. Sondern als gesunde Selbstliebe, die du dir endlich erlauben darfst!
Du kannst dich jetzt gleich mal fragen:
„Was will ich?“
„Was fühle ich?“
„Was brauche ich?“
„Wo stelle ich mich immer noch hinten an?“
„Wo bin ich immer noch Assistentin im Leben anderer?“
„Wo darf ich endlich Hauptperson in meinem eigenen Leben werden?“
Das ist kein Egoismus. Das ist Bewusstwerdung. Und nur so kannst du etwas in dir verändern.
Warum es nicht reicht, die Mutter zu analysieren
Viele Töchter narzisstischer Mütter beginnen damit, alles über Narzissmus zu lernen.
Das ist verständlich, denn Wissen entlastet. Endlich gibt es Worte für das Unaussprechliche. Endlich ergibt vieles Sinn, was in meinem Leben passiert ist. Endlich merke ich: „Ich bin nicht verrückt”, sondern meine Mutter ist eine “Narzisstin”.
Aber Wissen allein heilt nicht!
Es kann sogar zur nächsten Schleife werden, wenn du nur noch analysierst, was deine Mutter ist, warum sie so ist, welche Form von Narzissmus sie hat, welche Diagnose passen könnte und warum sie sich so verhält.
Das kann wichtig sein. Aber es ist nicht der ganze Weg.
Der tiefere Weg beginnt an der Stelle, wo du den Finger zu dir umdrehst.
Nicht im Sinne von: „Ich bin schuld.“
Sondern im Sinne von: „Was passiert in mir und mit mir, wenn meine Mutter …..?“
- Wie reagiere ich, wenn sie jammert?
- Wie reagiere ich, wenn sie mich abwertet?
- Wie reagiere ich, wenn sie mich übersieht?
- Welche alten Gefühle werden wach?
- Welche Überzeugungen über mich selbst werden aktiviert?
- Welche Rolle übernehme ich wieder automatisch?
Vielleicht kämpfst du, vielleicht fliehst du, vielleicht erstarrst du, vielleicht unterwirfst du dich. Vielleicht erklärst du dich ständig, musst dich ständig beweisen, vielleicht willst du sie aber auch immer wieder retten.
All das sind Schutzstrategien. Sie waren irgendwann mal sinnvoll für das Kind, das du mal warst. Aber sie werden dich nicht in ein glückliches, freies Leben bringen!
Der Weg heraus führt über deine Gefühle, deine Körperreaktionen, deine alten Glaubenssätze und deine Bereitschaft, dich selbst nicht mehr zu verlassen.
Du darfst das alles in dir erkennen, verändern und in die Heilung bringen! DAS befreit wirklich!
Die eigentliche Frage: Wer bist du ohne ihr Bild von dir?
Wenn du mit einer narzisstischen Mutter aufgewachsen bist, hast du vielleicht sehr früh gelernt, dich durch ihre Augen zu sehen.
- Bei der vulnerablen Mutter wurdest du vielleicht verantwortlich für ihr Leid.
- Bei der verdeckten Mutter wurdest du vielleicht falsch gemacht.
- Bei der DIVA-Mutter wurdest du vielleicht übersehen oder benutzt.
Aber keine dieser Rollen ist deine Wahrheit.
- Du bist nicht verantwortlich für das ungeheilte Leben deiner Mutter.
- Du bist nicht falsch, nur weil sie dich abgewertet hat.
- Du bist nicht unwichtig, nur weil sie sich selbst nicht zurücknehmen konnte.
Die zentrale Frage lautet:
„Wer bin ich, wenn ich aufhöre, mich durch ihre Brille zu sehen?“
Diese Frage ist nicht schnell beantwortet. Sie ist ein Weg, den ich den “Goldenen Weg” in die Selbsterkenntnis nenne.
Für viele Töchter ist es ein tiefer innerer Prozess, der alte Trauer, Wut, Schuld, Angst und Sehnsucht berührt. Aber genau dort beginnt Heilung. Und dorthin darfst du nun gehen …
Selbstliebe bedeutet für dich:
- Ich nehme meine Gefühle ernst. (nein, ich bin nicht “zu emotional”, Mutter)
- Ich glaube nicht mehr jeden alten Satz über mich. (ich sage: STOPP, Mama!)
- Ich höre auf, meine Mutter “reparieren” zu wollen. (es hilft nichts)
- Ich erkenne meine Grenzen und sage NEIN. (egal, was sie dann macht)
- Ich werde mir selbst wichtig. (und stelle mich VOR meine Mutter)
- Ich lerne, mich so zu sehen, wie ich wirklich bin. (und stehe ab sofort zu mir)
Der goldene Weg: Weder Anpassung noch Hass
Viele denken, es gäbe nur zwei Möglichkeiten: Kontakt abbrechen oder alles weiter ertragen.
Ich weiß, es gibt einen anderen Weg, denn ich bin ihn selbst gegangen und durfte Hunderte Frauen und einige Männer auf diesem Weg begleiten. Ich liebe meine Arbeit so sehr, weil sie Menschen zu sich selbst bringt!
Nicht für jede Klientin gleich, denn ich leite kein starres Konzept an, das man auch durch ein Buch oder ein paar gute Videos bekommen könnte.
Ich begleite dich auf einem Weg, auf dem du deine Mutter klarer siehst, ohne dich weiter in ihr zu verlieren. Auf einem Weg, auf dem du Grenzen setzt, ohne dein Herz zu verschließen. Auf einem Weg, auf dem du sie zwar verstehst, aber ohne dich für deine Meinung zu entschuldigen. Auf einem Weg, auf dem du dich selbst zurückholst und deine inneren Verstrickungen löst.
Das ist der goldene Weg, der dich direkt zu dir selbst führt!
Er beginnt nicht damit, dass deine Mutter sich verändert.
Er beginnt damit, dass du aufhörst, dich selbst zu verleugnen.
Er beginnt damit, dass du es dir wert bist, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Mit einem “Low-Contact” zu deiner Mutter. Weder 24/7 – und auch kein Kontaktabbruch!
Fazit
- Die vulnerable Mutter lässt dich fühlen: „Ich tue alles, und es reicht nicht.“
- Die verdeckt narzisstische Mutter lässt dich fragen: „Magst du mich nicht, Mama?“
- Die DIVA-Mutter lässt dich glauben: „Ich bin ihr egal.“
Drei verschiedene Gesichter. Drei verschiedene Wunden. Und doch derselbe Kern:
Die Tochter wird nicht wirklich gesehen, als die, die sie ist. Sondern als Projektion ihrer Mutter!
Wenn du dich darin wiedererkennst, dann beginne nicht damit, dich wieder zu verurteilen, weil du immer auf dieselbe Art und Weise reagierst bei ihr. Beginne damit, dich zu verstehen und deine Muster nach und nach zu erkennen.
Du warst ein Kind und hast dich angepasst, weil du dazugehören wolltest – und weil du geliebt werden wolltest.
Du hast funktioniert, weil du Liebe brauchtest.
Du hast geglaubt, was deine Mutter über dich gespiegelt hat, weil Kinder ihren Müttern glauben.
Wirf dir das bitte niemals vor!
Aber heute bist du erwachsen, du hast dein Schicksal in der Hand.
Heute darfst du prüfen, was wahr ist und was nicht.
Heute darfst du dich lösen aus Beziehungen, die dir nicht guttun.
Heute darfst du dich selbst sehen und dich an die erste Stelle in deinem Leben stellen.
Sehe dich bitte nicht mehr durch ihre Augen.
Sehe dich durch deine eigene Wahrheit. ERKENNE DICH!
Und das ist genau der Anfang deiner Freiheit. 🌿
Ich begleite dich von Herzen gerne in diesem Prozess. Melde dich für ein kostenfreies Erstgespräch: https://eva-nitschinger.de/ich-bin-bereit
Von Herzen,
deine Eva aus Spanien
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