
Von Eva Nitschinger | Psychologin, Lehrtrainerin für The Work von Byron Katie, Gründerin von Narzissten-FREI & der PiNK-ROCK – Methode raus aus narzisstischen Verstrickungen
Kennst du das Gefühl, wenn z.B. deine Kollegin in der Teambesprechung deine Ergebnisse als ihre vorstellt – Ergebnisse, zu denen du den Hauptteil beigetragen hast und du kannst nichts dagegen tun? Sie redet über dein Projekt, als wäre es ihres. Sie sucht die Nähe zur Chefin, positioniert sich, nimmt Raum ein – und du sitzt da und weißt nicht, wie dir das schon wieder passiert ist.
Du schwitzt, du wirst still oder du wirst innerlich so aufgewühlt, dass du kaum noch klar denken kannst.
Und das Schlimmste: Es fühlt sich alles so vertraut an.
Das ist kein Zufall und darum geht es heute in diesem Artikel, den du auch als Podcast und Video hören oder schauen kannst. Links findest du weiter unten. Schön, dass du da bist! ☺
Warum dich die narzisstische Kollegin so tief trifft
Ich sage das gleich zu Beginn klar, weil es so wichtig ist: Ja, es gibt narzisstische Kolleginnen, Partner, Elternteile und Freunde. Es gibt Menschen im Privatleben und im Job, die toxisch sind, die Grenzen überschreiten, sich fremde Ideen aneignen oder dich systematisch übergehen.
Das ist real und oftmals überhaupt nicht eingebildet! Lass mich das Beispiel mit der Kollegin weiterspinnen.
Und gleichzeitig – und das ist der entscheidende Punkt – ist die Frage nicht nur: Was tut sie?
Die entscheidende Frage lautet: Was passiert in mir, wenn sie es tut?
Denn dieser alte, tiefe Schmerz, der in dem Moment aufsteigt? Der gehört nicht ins Büro. Der gehört nicht zu dieser Kollegin. Der ist viel älter und gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu deiner Mutter oder / und deinem Vater.
Die narzisstische Mutter als Ursprung: Der Schmerz kommt damals
Ich begleite seit 2009 Frauen auf dem Weg raus aus narzisstischen Verstrickungen. Hunderte von Klientinnen haben mir erzählt, wie tief dieser Schmerz sitzt – und wie rätselhaft es sich anfühlt, dass ausgerechnet diese Situation, ausgerechnet diese Kollegin, sie so aus der Bahn werfen kann.
In der Arbeit zeigt sich immer wieder dasselbe Muster:
Der Ursprung liegt meist nicht in der Kollegin. Er liegt in der Kindheit – oft in der Beziehung zu einer narzisstischen Mutter. Hier erfährst du mehr zu deiner narzisstischen Mutter.
In dir ist vielleicht noch das kleine Mädchen, das nicht gesehen wurde. Das lernte, sich anzupassen, brav zu sein, keinen Platz zu beanspruchen, weil es sonst gefährlich wurde. Das lernte, dass Bedürfnisse äußern riskant ist. Dass Beziehung sicherer bleibt, wenn man sich zurücknimmt.
Diese Glaubenssätze sind nicht weg. Sie sind in dir und können jederzeit durch TRIGGER aktiv werden.
Die narzisstische Kollegin tut, was sie tut – und zack: dein Inneres Kind wird aktiv!
Der alte Schmerz in neuem Kostüm: Was in dir passiert
Ich erzähle dir von Jasmin, einer meiner Klientinnen.
Jasmin erlebte immer wieder Kolleginnen, die sich in ihre Zuständigkeiten einmischten, ihre Arbeit nicht würdigten oder sich mit ihren Ideen profilierten. Manchmal waren diese Frauen einfach ehrgeizig. Manchmal waren sie wirklich toxisch – narzisstische Kolleginnen im klassischen Sinne.
Doch was in Jasmin passierte, war in beiden Fällen gleich.
Wenn eine Kollegin sich vordrängte, spürte sie sofort diese Glaubenssätze aufsteigen:
- „Ich werde nicht gesehen.“
- „Ich komme nicht vor.“
- „Wenn ich mich wehre, werde ich schwierig.“
- „Wenn ich Raum einnehme, werde ich abgelehnt.“
Woher diese Glaubenssätze kommen, erfährst du hier.
Und sie reagierte, wie sie es als Kind gelernt hatte: Sie schwieg, sie trat zurück, sie lächelte professionell weiter – und schluckte alles herunter.
Der alte Schmerz trug ein neues Kostüm. Aber er war derselbe: Das Innere Kind in ihr war in seinem emotionalen Zuhause angekommen!
Der PiNK-ROCK-Prozess: 5 Schritte zur inneren Befreiung
Genau hier setzt meine Arbeit an. Ich nenne diesen Prozess PiNK-ROCK – er verbindet traumasensible Innere-Kind-Arbeit mit The Work von Byron Katie und führt dich Schritt für Schritt von der Kränkung in die Klarheit.
Schritt 1: Erkenne, was wirklich passiert
Zuerst schauen wir nüchtern auf die Fakten. Nicht auf Vermutungen, nicht auf alte Geschichten – sondern auf das, was tatsächlich zwischen dir und dieser Person passiert.
Bei Jasmin war das klar: Ihre Kollegin sprach in Meetings über Projekte, für die Jasmin zuständig war und die eindeutig Jasmins Arbeit waren. Das war Realität – keine Interpretation.
Dieser Schritt ist wichtig, weil PiNK-ROCK nicht bedeutet, dir alles schönzureden. Es kann real sein, dass jemand eine Grenze überschreitet. Es geht nicht darum, das wegzumachen. Es geht darum, es klar zu sehen, damit du bald NEU reagieren kannst: als “PiNK-ROCK” und nicht als keines Kind.
Schritt 2: Verstehe deinen Film und sehe deinen Anteil
Nachdem klar ist, was passiert ist, schauen wir auf deinen inneren Film.
Welche Gedanken hattest du über diese Kollegin? „Sie will mich rausdrängen.“ „Ich habe keine Chance gegen sie.“ – Vielleicht ist an manchen Gedanken etwas dran. Vielleicht auch nicht. Genau deshalb überprüfen wir sie. Ich mache das seit 2008 mit The Work von Byron Katie.
Und dann kommt die schwierigere Frage: Wo ist dein eigener Anteil?
Jasmins Anteil war nicht, dass die Kollegin sich so verhielt. Jasmins Anteil war, dass sie viel zu lange nichts sagte und dass sie darauf wartete, gesehen zu werden, anstatt sich zu zeigen.
„Ich setze meine Grenze nicht.“
„Ich traue mich nicht, meinen Platz einzunehmen.“
DAS waren Jasmins Herausforderungen, die sie meistern wollte.
Entscheidend ist an dieser Stelle zu verstehen:
Die Kollegin hatte Jasmin nicht an die Seite gedrängt.
Jasmin hatte sich auf die Seite drängen lassen – aufgrund von Glaubenssätzen, die wir nun gemeinsam überprüfen.
Schritt 3: Finde den alten Schmerz – mit The Work von Byron Katie
Jetzt kommt The Work von Byron Katie ins Spiel – eine der kraftvollsten Methoden, die ich kenne, um Glaubenssätze zu untersuchen.
Die Glaubenssätze führen zurück in die Kindheit. Der Schmerz, der im Büro aufsteigt, kennt Jasmin aus einer anderen Zeit: Das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Nicht wichtig zu sein. Nicht für sich einstehen zu dürfen. Was die Kindheit damit zu tun hat, liest du hier.
Das ist der alte Schmerz. Er meldet sich im neuen Kostüm – aber er ist derselbe.
Und genau deshalb nützt es wenig, nur die Kollegin zu managen. Solange der alte Schmerz nicht gesehen wird, wird er sich immer wieder einen neuen Spiegel suchen.
Wir überprüfen:
„Wenn ich Grenzen setze, flippt sie aus”.
„Wenn ich mich vordränge, wird sie aggresiv”.
„Wenn ich sage, dass ist meine Arbeit, nennen sie mich egoistisch”.
usw.
Schritt 4: Heile und versorge dein inneres Kind
Bevor Jasmin also das Gespräch mit ihrer Kollegin suchte, musste die kleine Jasmin in Sicherheit gebracht werden – auf einen Sicheren Ort oder ins Herz.
Denn wenn das verletzte Kind die Führung übernimmt, wird man entweder still, trotzig, aggresiv oder überangepasst. Dann spricht nicht die erwachsene Frau – sondern das Kind, das kämpft, flüchtet, sich unterwirft oder erstarrt.
Deshalb holen wir das innere Kind zuerst aus der Konfliktzone heraus. Wir geben ihm Schutz, Liebe und Sicherheit – mit einer Heilreise, die ich in meiner Arbeit seit Jahren begleite. (Mehr dazu in meinem Buch: „Dein inneres Kind will in dein Herz.“)
Die kleine Jasmin gehört nicht mit ins Büro. Sie darf endlich einfach Kind sein und spielen, während die große Jasmin sich darum kümmert, in der Arbeit als kompetente Mitarbeiterin angesehen zu werden.
Schritt 5: Geh in deine neue, klare Handlung
Erst wenn das innere Kind versorgt ist, kann die erwachsene Frau klar handeln – ohne Kränkung, ohne alten Schmerz, ohne Angst.
Jasmin übte Sätze, die sie vorher nie gesagt hätte:
„Dieser Teil liegt bei mir. Wenn du Änderungen vorschlägst, möchte ich, dass du sie vorher mit mir absprichst.“
„Die Idee, die du gerade vorgestellt hast, stammt aus meiner Ausarbeitung. Ich möchte nicht, dass du sie als deine ausgibst.“
Freundlich. Professionell. Klar.
Das sind Living Turnarounds – die gelebten Umkehrungen, bei der das neue Verhalten dauerhaft in den Alltag getragen wird.
Und das ist deine Erkenntnis:
Solange du denkst: „Sie nimmt mir meinen Raum weg“ – bist du abhängig von ihr.
Wenn du denkst: “Ich lasse mir meinen Raum wegnehmen” – übernimmst du Verantwortung.
Sobald du beschließt: „Ich gebe meinen Raum nicht mehr weg“ – bist du erwachsen.
Diese Folge auch als Podcast und YouTube-Video
Ich habe dieses Thema ausführlich in meinem Podcast Narzissten-FREI besprochen.
🎙️ Podcast-Folge anhören: „Der alte Schmerz in neuem Kostüm“
Und wenn du lieber schaust als hörst – das gleichnamige YouTube-Video findest du hier:
▶️ https://www.youtube.com/@evanitschinger
Wenn dein Schmerz mit der narzisstischen Mutter zusammenhängt – und das tut er meistens – empfehle ich dir meine YouTube-Playlist:
▶️ https://www.youtube.com/watch?v=5Y7gbIAuRn0&list=PLWTn7UcaPh5ZxhSzfIF1WeAQU1HXZ4CH8
Bist du schon bereit für deinen nächsten Schritt?
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dieser alte Schmerz in dir aktiv ist – dann bist du genau richtig hier.
In meinem kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was in dir los ist, woher es kommt – und welcher erste Schritt für dich jetzt sinnvoll ist.
👉 Jetzt kostenfreies Erstgespräch buchen: https://eva-nitschinger.de/ich-bin-bereit
So schön, dass du da bist!
Deine Eva
Eva Nitschinger ist Psychologin und Lehrtrainerin für The Work von Byron Katie. Sie begleitet seit 2009 Frauen aus narzisstischen Verstrickungen – in Beziehungen, mit der narzisstischen Mutter und im Beruf. Ihr Podcast heißt Narzissten-FREI.
